Eine intensive, emotionale und sportlich ereignisreiche Woche liegt hinter dem Schweizer Team an der IFR Weltmeisterschaft 2026 in Paimio, Finnland.
Eine Weltmeisterschaft besteht am Ende aus Punkten und Platzierungen. Doch wer selbst Hundesport betreibt, weiss: Hinter diesen Zahlen liegen unzählige Trainingsstunden, Höhen und Tiefen und eine ganz besondere Verbindung zwischen Mensch und Hund.
Für die Schweiz gingen Nadia Schuler mit Indiana Jones vom Wildensteiner Schloss, Roland Neuhaus mit Jeannie vom Wildensteiner Schloss und Rolf Zimmerli mit Vayou vom Hause Neubrand an den Start.
Als Teamleaderin stand dieses Jahr Claudia Schärz an der Seite der Schweizer Mannschaft. Eine grosse und verantwortungsvolle Aufgabe, die weit über die Organisation rund um den eigentlichen Wettkampf hinausging. Während der gesamten IFR-Woche galt es, den Überblick zu behalten, die Mannschaft zu begleiten, als Bindeglied zwischen Veranstalter und Team zu fungieren und für die Hundeführer da zu sein – sowohl bei den schönen als auch bei den schwierigen Momenten.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil ihrer Aufgabe war die Berichterstattung über die Social-Media-Kanäle des SRC und IFR Team Switzerland. Mit Bildern, Videos, aktuellen Resultaten und Eindrücken direkt aus Paimio konnten auch die Daheimgebliebenen die Schweizer Mannschaft während der gesamten Weltmeisterschaft begleiten und mit unseren Teams mitfiebern. Die vielen Reaktionen, Nachrichten und Glückwünsche aus der Schweiz zeigten, wie gross die Unterstützung auch aus der Ferne war.
Am Montag begann die IFR-Woche offiziell mit der Registration und dem Vet Check, der für alle teilnehmenden Hunde obligatorisch ist.
Dabei wird vor dem Start überprüft, ob der gemeldete Hund eindeutig identifiziert werden kann und die Voraussetzungen für die Teilnahme erfüllt. Dazu gehört unter anderem die Kontrolle der Chipnummer und der Identität des Hundes. Zudem wird der allgemeine Zustand des Hundes überprüft, um sicherzustellen, dass er aus tierärztlicher Sicht am Wettkampf teilnehmen kann.
Der Vet Check ist damit ein wichtiger Bestandteil einer internationalen Meisterschaft und stellt sicher, dass alle Hunde ordnungsgemäss kontrolliert und für den bevorstehenden Wettkampf zugelassen werden.
Nachdem diese erste wichtige Station erfolgreich absolviert war, folgte die offizielle Eröffnung der IFR Weltmeisterschaft 2026 mit dem Einmarsch der Nationen.
Gemeinsam als Schweizer Mannschaft hinter unserer Landesflagge einzumarschieren und zusammen mit den Teams aus den verschiedenen Ländern auf dem Platz zu stehen, war ein besonderer Moment. Nach der langen Vorbereitung und der Reise nach Finnland wurde spätestens jetzt spürbar: Wir sind angekommen. Die IFR 2026 beginnt – und die Schweiz ist dabei.
Am Dienstag stand das Training auf dem Fährtengelände auf dem Programm.
Die Bedingungen waren hervorragend organisiert. Besonders positiv war, dass jede Nation ein eigenes Feld für das Training zur Verfügung hatte. Dadurch konnten sich die Teams in Ruhe mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut machen und ihre Hunde optimal auf die kommenden Aufgaben vorbereiten.
Ein grosses Kompliment an dieser Stelle für die Organisation und die hervorragenden Trainingsmöglichkeiten.
Der Mittwoch stand ganz im Zeichen unseres Mannschaftstrainings. Noch einmal gemeinsam arbeiten, die letzten Vorbereitungen treffen und sich gegenseitig unterstützen, bevor es am Donnerstag ernst wurde.
Am Abend durfte dann auch das Zusammensein nicht fehlen. Unser Schweizer Team verbrachte einen wunderschönen gemeinsamen Abend beim Mannschaftsessen in Turku. Ein wertvoller Moment abseits des Prüfungsplatzes, an dem der Hundesport für einige Stunden in den Hintergrund treten durfte und das gemeinsame Erlebnis als Mannschaft im Mittelpunkt stand.
Das Mannschaftsessen wurde grosszügigerweise von Kurt Gafner gesponsert. Herzlichen Dank, Kurt, für diese schöne Einladung und deine Unterstützung unseres Schweizer Teams!
Am Donnerstag begann der eigentliche Wettkampf für unser Schweizer Team – und dieser Tag zeigte einmal mehr, wie nahe Erfolg und Enttäuschung im Hundesport beieinanderliegen können.
Für Roland und Jeannie begann der Wettkampf auf der Fährte. Leider mussten die beiden ihre Fährtenarbeit abbrechen. Ein schwieriger Moment, insbesondere nach all der Vorbereitung und Arbeit, die hinter einer Teilnahme an einer Weltmeisterschaft steckt.
Für Nadia und Indy verlief der Start dagegen sehr erfolgreich. In der Unterordnung zeigten die beiden eine starke Arbeit und erreichten hervorragende 89 Punkte. Auch im Schutzdienst konnten Nadia und Indy überzeugen und sicherten sich weitere 93 Punkte. Damit standen nach zwei von drei Abteilungen bereits starke 182 Punkte auf ihrem Konto – und die Entscheidung sollte für die beiden erst am Samstag auf der Fährte fallen.
Auch Rolf und Vayou starteten am Donnerstag in den Wettkampf. Nach ihrer Unterordnung kam es jedoch leider zur Disqualifikation, womit die IFR für die beiden sportlich vorzeitig beendet war. Ein bitterer Moment für Rolf und Vayou und ebenso für die gesamte Mannschaft.
Gerade in solchen Situationen zeigt sich aber auch, was ein Team ausmacht: Nicht nur gemeinsam die Erfolge zu feiern, sondern auch dann zusammenzustehen, wenn ein Wettkampf anders endet, als man es sich gewünscht hat.
Am Freitag standen Roland und Jeannie erneut auf dem Prüfungsplatz. Trotz der Enttäuschung vom Vortag stellten sich die beiden ihren weiteren Aufgaben.
In der Unterordnung erreichten sie 81 Punkte. Anschliessend folgte der Schutzdienst, den Roland und Jeannie mit 73 Punkten abschlossen.
Auch wenn die IFR für die beiden nicht so verlief, wie sie es sich im Vorfeld sicherlich gewünscht hatten, gehört es genauso zum Sport, nach einer Enttäuschung wieder auf den Platz zu gehen und den Wettkampf weiterzuführen. Dafür gebührt ihnen Respekt.
Und dann kam der Samstag.
Für Nadia und Indy fehlte noch die letzte Abteilung: die Fährte. Nach den starken 89 Punkten in der Unterordnung und 93 Punkten im Schutzdienst war klar, dass noch einiges möglich war. Doch zuerst musste diese letzte Aufgabe bewältigt werden.
Nadia und Indy gingen auf die Fährte – und lieferten. 97 Punkte! Eine hervorragende Fährtenarbeit und der krönende Abschluss einer starken Weltmeisterschaft.
Mit insgesamt 279 Punkten erreichten Nadia Schuler und Indiana Jones vom Wildensteiner Schloss den sensationellen 3. Platz an der IFR Weltmeisterschaft 2026!
BRONZE FÜR DIE SCHWEIZ!
Ein riesiger Erfolg für Nadia und Indy und ein wunderschöner Moment für die gesamte Schweizer Mannschaft. Nach all den Trainingsstunden, der Vorbereitung, der langen Reise nach Finnland und einer Woche voller Emotionen auf und neben dem Prüfungsplatz durften wir gemeinsam diesen Podestplatz feiern. Darauf dürfen Nadia und Indy unglaublich stolz sein.
Diese Woche in Finnland hat uns einmal mehr gezeigt, was Hundesport bedeutet. Erfolg und Enttäuschung. Anspannung und Erleichterung. Gemeinsam hoffen, gemeinsam mitfiebern und manchmal auch gemeinsam auffangen.
Nicht jeder Wettkampf verläuft so, wie man ihn sich vorgestellt hat. Innerhalb weniger Minuten können sich monatelange Vorbereitungen plötzlich in eine völlig andere Richtung entwickeln. Aber genau deshalb dürfen Resultate niemals die einzige Geschichte einer Weltmeisterschaft erzählen.
Hinter jedem unserer drei Teams stehen unzählige Stunden Arbeit, Leidenschaft und die Bereitschaft, sich mit seinem Hund auf internationaler Bühne der Herausforderung einer IFR Weltmeisterschaft zu stellen. Darauf dürfen Nadia, Roland und Rolf stolz sein.
Und am Ende durften wir etwas ganz Besonderes mit nach Hause nehmen: Eine Bronzemedaille für die Schweiz.
Herzliche Gratulation an Nadia Schuler und Indiana Jones vom Wildensteiner Schloss zu 279 Punkten und dem hervorragenden 3. Rang an der IFR Weltmeisterschaft 2026!
Ein grosses Dankeschön geht ebenfalls an alle, die unser Schweizer Team unterstützt, mitgefiebert und uns die Daumen gedrückt haben. Ganz besonderen Dank an Vanessa Meyer und Björn Kneubühl welche nach Paimio gereist waren, beide haben uns in dieser Woche grossartig unterstützt und angefeuert.
Wir nehmen aus Paimio viele Erinnerungen mit nach Hause – an sportliche Höhepunkte, schwierige Momente, gemeinsames Lachen, gegenseitige Unterstützung und eine Woche, die uns als Mannschaft noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Team Suisse
IFR World Championship 2026
Paimio, Finnland 🇫🇮
Wir sind stolz auf unser Team.
Bericht und Bilder Claudia Schärz
IFR Weltmeisterschaft 2026 in Paimio - Bild 1